Suche

Kontaktdaten

Dr. Ulrich Lenz,
Ehrenbürgermeister und
Vorsitzender des Vereins
Tel. 0170/5540889

Unsere Historie

1981: “Helfen soll in Linden kein leeres Wort bleiben!“, unter diesem Motto wurde der Förderverein Soziale Dienste Linden e.V. am 25. Febr. 1981 gegründet. Linden sollte möglichst rasch eine Sozialstation für häusliche Pflege erhalten. Das gelingt bereits im Oktober! Die beiden ev. Kirchengemeinden übernehmen die Trägerschaft für eine Sozialstation, unsere Diakoniestation Linden. Sie hat seitdem die Maßstäbe in der häuslichen Pflege in unserer Stadt gesetzt. Der Förderverein konnte dies mit nahezu 1.000.000 € aus Mitgliedsbeiträgen und Spenden, aber auch durch ehrenamtliche Mitarbeit, unterstützen. Weil solidarisches Handeln, soziales Engagement und bürgerlicher Gemeinsinn in unserer Stadt lebendig sind; dafür sind wir dankbar! Der Förderverein wird zu einem Ideengeber und anerkannten Gesprächspartner bei der sozialen Daseinsvorsorge in Linden. Er berät, hilft oder vermittelt weiter und informiert.

1987: Gerhard Förster (Vorsitz. bis 1999) gibt den Anstoß für ein Pflegeheim in Linden.

1995: Die Pflegeversicherung kommt, die Mitgliederzahl erreicht mit 960 ihren Höchststand.

1997: Das Ev. Seniorenzentrum in Linden Auf Initiative des Fördervereins ist auch das Pflegeheim entstanden. Die Stadt Linden hat den Bau erheblich bezuschusst. Deshalb finden Ortsansässige bevorzugt Aufnahme und die Diakoniestation ist dort eingezogen. Das 100-Betten-Haus hat einen besonderen Wohnbereich für Demenzkranke und genießt einen sehr guten Ruf. Betrieben wird es vom Träger des Johannesstiftes und Evangelischen Krankenhauses in Gießen.

1999: Dr. Magnus regt eine Hospizgruppe an. Hospizhelferinnen bieten ab 2003 Gespräche und Begleitung am Ende des Lebensweges an.

2006: Wir sind dabei, kleinere Hilfeleistungen durch freiwillige HelferInnen auszubauen.

Und morgen? Wenn in Linden noch mehr ältere Menschen wohnen, viele davon alleine? Wenn der gesundheitspolitische Sparkurs fortgesetzt und eine menschenwürdige Pflege immer mehr in Frage gestellt werden? Dann werden helfende Hände und finanzielle Unterstützung noch dringender gebraucht – um der Würde alter und pflegebedürftiger Menschen willen!

 

 

Überblick

über die Geschichte des Fördervereins Soziale Dienste Linden e. V.

1. Zielsetzung und Gründung

Dezember 1980 Hans Jochem Schmitt lädt Vertreter der in Linden arbeitenden Sozialverbände, Kirchengemeinden und Ärzteschaft sowie den Bürgermeister und eine interessierte Bürgerin zu einem lnitiativkreis ein, mit dem Ziel, in Linden eine Sozialstation zu gründen, da zur Zeit nur zwei Krankenschwestern in Großen-Linden und Leihgestern mit je einer halben Stelle im Dienste der Stadt tätig waren bei einem Kostenaufwand von ca. 60.000 DM.

Teilgenommen haben Hermann Alker † (Evang. Kirche Großen-Linden), Pfr. Hans Bienhaus † (Kath. Kirche), Pfr. Dr. Walter Bujard (Evang. Kirche Leihgestern), Marie Balzer † VDK Leihgestern), Hugo Braun † (AWO Linden), Hubert Ceh † (DRK Linden), Josef Frenzl † (VDK Großen-Linden), Gisela Jonas (Hausfrau), Lothar Lang (Knappschaft), Dr. Ulrich Lenz (Bürgermeister), Dr. Joachim Magnus (Ärzteschaft), Karin Will † (Club 68 f. Behinderte) und Hans Jochem Schmitt als Initiator.

Der lnitiativkreis verständigt sich auf einen Aufruf zur Gründung zu einem gemeinnützigen Förderverein ,,zur Unterstützung des Aufbaues und des Betriebes einer Sozialstation in Linden".

27.01.1981 Einstimmiger Beschluss der Stadtverordnetenversammlung: Errichtung einer Sozialstation in der Stadt Linden.

17.02.1981 Treffen des Gründungsausschusses und Beratung eines von H. J. Schmitt kompetent vorbereiteten Entwurfes einer Satzung.

25.02.1981 Gründungsversammlung des Fördervereins Soziale Dienste Linden e. V. im Feuerwehrgerätehaus Großen-Linden mit Erläuterung des Vorhabens durch H. J. Schmitt und Bgm. Dr. U. Lenz, der auch als Versammlungsleiter fungiert. Die Gründung erfolgt durch 85 Lindener Bürger, mit Beschluss einer Satzung und der Wahl des Vorstandes. Diesem gehörten an als Vorsitzender Gerhard Förster, als Stellvertreter Dr. Joachim Magnus, als Schriftführerin Annemarie Schmitt, als Rechnerin Margret Blönningen sowie als BeisitzerPfr. Dr. Bujard, Reinhilde Eichler, Dr. Bernd Ramb und Erhard Weigel † .

Frühjahr: Überlegungen, Anfragen und Diskussionen zur Frage der Trägerschaft in städtischen Gremien, Fördervereinen und Kirchenvorständen.

11.06.1981 Der Vorstand des Fördervereins spricht sich mit Mehrheit für die Übernahme der Trägerschaft durch die beiden Evang. Kirchengemeinden aus.

Sommer: Diskussionen mit den im Stadtparlament vertretenen Parteien über die Aufgabe und Grenzen des Fördervereins sowie des Einsatzes der Schwestern (Beispiel: Pflege von Patienten oder nur Anleitung der Angehörigen zur Pflege ?).

22.09.1981 Verhandlung zwischen Stadt Linden (Bgm. Dr. Lenz) und Kirchenverwaltung über die Trägerschaft und die entsprechenden Konditionen mit dem Ergebnis: Trägerschaft durch einen zu gründenden Zweckverband der beiden Kirchengemeinden zum 01.01.1982, Übernahme der Verwaltungskosten sowie von 25 % der sonstigen ungedeckten Restkosten bei 2,5 Planstellen für Krankenschwestern (mit Übernahme der vorhandenen Halbtagskraft) durch den Zweckverband; bei der Stadt verbleiben 75 % der ungedeckten Restkosten und sie stellt die benötigten Räumlichkeiten.

Oktober: Gründung des Zweckverbandes mit entsprechenden Beschlüssen der beiden Kirchenvorstände zur Satzung und konstituierende Sitzung der Verbandsvertretung mit Wahl eines Vorstandes, sowie Betriebsgenehmigung durch die Kirchenverwaltung zum 01.01.1982. Bildung eines Kuratoriums, in dem Stadt, Förderverein, Ärzteschaft, Diakoniestation, Katholische Kirchengemeinde und Diakonisches Werk vertreten sind, sowie Regelung, dass ein Vertreter der Diakoniestation als geborenes Mitglied dem Vorstand des Fördervereins angehört.

27.10.1981 Einstimmiger Beschluss der Stadtverordnetenversammlung: Errichtung einer Sozialstation; hier: Beratung und Beschluss über den Vertrag mit den evangelischen Kirchen Großen-Linden und Leihgestern über den Ausbau und Betrieb einer Sozialstation.

01.01.1982 Aufnahme der Arbeit durch die Evang. Sozialstation (jetzt: Diakoniestation) Linden.

Der Förderverein hat so sein erstes und großes Ziel trotz einigen Gegenwindes in nur einem knappen Dreivierteljahr erreicht.

 2. Weitere Anstöße durch den Förderverein

Der Förderverein hat sich von Anfang an als Anwalt der sozialen Aufgaben in unserer Stadt verstanden, wenn man so will: als soziales Gewissen. Deshalb hat er sich nicht damit zufrieden gegeben, dass die Sozialstation so schnell gegründet werden und ihre Arbeit aufnehmen konnte. Vielmehr hat er immer wieder versucht, Probleme rechtzeitig wahrzunehmen, und sich die jeweils nötige Kompetenz erarbeitet, um eine Lösung in die Wege zu leiten. Die wichtigsten Anstöße, die der Förderverein bisher gegeben hat, seien hier skizziert.

Das Angebot von hauswirtschaftlichen und sonstige Hilfen

Der Förderverein Soziale Dienste Linden hat, wie es der Plural in seinem Namen sagt, von Anfang an weitere Aufgaben im sozialen Bereich in Angriff genommen - getreu seinem Gründungsmotto ,,Helfen soll in Linden kein leeres Wort bleiben".

So hat er schon nach einem Jahr versucht, über eine Helfergruppe aus dem Kreis seiner Mitglieder Hilfen anzubieten, dabei aber die Erfahrung gemacht, dass begrenzte ,,kleine" Hilfen nur sehr wenig nachgefragt wurden, weil Verwandtschaft und Nachbarschaft in Anspruch genommen werden konnten, und umfangreiche Hilfen (z. B. die Versorgung von Kindern in einer Familie, deren Mutter drei Wochen in ein Krankenhaus eingewiesen werden sollte) über die Möglichkeiten der Helferinnen hinausgegangen sind. Zwar wurden diese Hilfen weiterhin angeboten, aber aufgrund der mittlerweile gemachten Erfahrungen hat im Jahre 1985 auf Anregung von Frau Annemarie Schmitt und im Einvernehmen mit dem Förderverein Dr. Bujard als Vorsitzender der Diakoniestation und so auch geborenes Mitglied des Vorstandes die Möglichkeit geprüft, hauswirtschaftliche Hilfen über eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme zu organisieren. Da vor Einführung der Pflegeversicherung hauswirtschaftliche Hilfen nicht zu dem Angebot von Sozial- und Diakoniestationen gehört haben und die Finanzierung und so auch die Genehmigung einer solchen Planstelle nur sehr schwer möglich waren, hat der Förderverein die Anschubfinanzierung und danach die Ausfallbürgschaft übernommen. Zum 1. Februar 1986 konnte so die erste Hauswirtschafterin mit einer halben Stelle eingestellt und zum 1. Februar 1988 konnte die ABM-Stelle in eine Planstelle umgewandelt werden. Die Zusammenarbeit von Förderverein und Diakoniestation hat hier zum ersten Mal deutlich erkennbare Früchte getragen. Auch die nachfolgende Einrichtung des Platzes für den ersten Zivildienstleistenden und seine Ausstattung ist vom Förderverein von Anfang an unterstützt und gefördert worden. Auf diesem Hintergrund versteht es sich von selbst, dass der Vorstand bei den Vorüberlegungen eines ,,Mehrgenerationenhauses" der Einladung der Stadt gerne gefolgt ist und es außerordentlich begrüßt hat, dass in unserer Stadt mit der Generationenbrücke (Personalkosten trägt die Stadt), dem Betreuungsnetz Linden, den Seniorenbegleitern (Anschubfinanzierung jeweils durch die Evang. Kirche) und dem Familienzentrum (Anschubfinanzierung durch das Land) seit einiger Zeit ein breites Angebot für die verschiedensten Bedürfnisse eingerichtet werden konnte. Auch die Entscheidung der Stadt, die Angebote der Generationenbrücke und des Familienzentrums ebenfalls unter dem Dach der Diakoniestation anzusiedeln und so deren Erfahrungen und deren guten Ruf zu nutzen, konnte der Förderverein nur unterstützen. Und selbstverständlich ist er auch gerne bereit, diese Angebote mit Rat und Tat und auch mit Geldmitteln zu fördern. Denn diese Initiativen können in ihrer Vernetzung natürlich viel besser und umfangreicher das verwirklichen, was der Förderverein sich einst in der Satzung und zusammen mit hilfsbereiten Geistern unter seinen Mitgliedern vorgenommen hatte.

Das Seniorenzentrum in Linden

Seit 1986 wird im Vorstand des Fördervereins über die Frage nachgedacht, ob wir in Linden ein ,,Altenheim" brauchen. Der Vorsitzende des Fördervereins, Gerhard Förster, hatte diese Frage aufgeworfen. 1987 und 1988 stand im Zentrum der Überlegungen die Frage, ob das anzusteuernde Ziel eine Altentagesstätte, eine Tagespflegestätte, ein Alten- oder ein Pflegeheim sein muss. Um Erfahrungen und Einsichten zu sammeln, wurde darum eine Reihe solcher Einrichtungen aufgesucht, zusätzlich wurde in Köln die Beratung des Kuratoriums Deutsche Altershilfe in Anspruch genommen. So konnte die Frage mit klareren Argumenten in die Öffentlichkeit der Stadt Linden gebracht werden, wo sie in den verschiedensten Kreisen bedacht wurde, besonders wichtig waren natürlich die Diskussionen mit den Mandatsträgern unserer Stadt. Bis 1990 hatten die Beratungen zu einem einvernehmlichen Konzept geführt, sowie zu einem Vertragsentwurf mit einem gemeinnützigen Träger für ein Alten- und Pflegeheim mit 100 Plätzen, in dem dann auch die Diakoniestation ein Zuhause finden sollte. Dieses Konzept scheiterte dann freilich am Kreis Gießen, der ein Haus nur mit gut 60 Plätzen genehmigt hat. Als neuer Träger wurde der Verein gewonnen, der bereits das Johannesstiftes in Gießen mit großem Erfolg führte. Da auch noch die in Aussicht gestellten Zuschußmittel des Landes Hessen ausblieben, hat die Stadt Linden den Grund und Boden und eine beträchtliche Summe zur Verfügung gestellt, um das Projekt doch noch und ohne weiteren Zeitverlust realisieren zu können. Dies alles hat leider zu Verzögerungen geführt, und so konnte der Bau des Seniorenzentrums erst sehr viel später als beabsichtigt begonnen werden. Am 1.11.1997 hat dieses dann schließlich seine Arbeit aufnehmen können. Dass schon zwei Jahre später ein Erweiterungsbau nötig war, beweist nachträglich die Richtigkeit der ursprünglichen Planung. Mittlerweile ist noch ein kleinerer Anbau hinzugekommen, so dass das Pflegeheim (vorzugsweise für Lindener Bürger) mittlerweile 108 Plätze anbietet, die normalerweise auch fast vollständig besetzt sind. Nachdem das Pflegeheim seine Arbeit aufgenommen hat, unterstützt der Förderverein auch seine Arbeit bzw. die Arbeit der dort tätigen Mitarbeitenden - sei es durch die Finanzierung von Anschaffungen, sei es durch die vielen Ehrenamtlichen aus dem Förderverein im Besuchsdienst.

Die Hospizarbeit in Linden

1999 wurden die ersten Überlegungen zu einer hospizlichen Begleitung von Schwerstkranken und Sterbenden im Vorstand angestellt. Dr. Joachim Magnus, der stellvertretende Vorsitzende, hatte aufgrund seiner ärztlichen Erfahrungen die Anregung dazu gegeben. Um dieses Thema den Bürgern unserer Stadt näher zu bringen, hat der Vorstand eine Reihe von lnformations- veranstaltungen angeboten und versucht, über die Presse noch einen weiteren Personenkreis zu erreichen. Nach dem Beschluss des Vorstandes im Sommer 2000, eine Schulung für Hospizhelferinnen und -helfer anzubieten und dafür die Kosten zu übernehmen, wurde die Öffentlichkeitsarbeit verstärkt weitergeführt, und Anfang 2001 konnte eine Schulung mit 14 Teilnehmern beginnen.

lm Herbst wurden dann 13 Hospizhelferinnen der Öffentlichkeit vorgestellt, die dann nach einer Phase der Einarbeitung und der fachkundig begleiteten Gruppenbildung ihre ehrenamtliche Tätigkeit aufgenommen haben. 2007 wurden in einer zweiten Schulung, wieder finanziert vom Förderverein, neun weitere Hospizhelferinnen und zwei Hospizhelfer ausgebildet. Der Zweckverband Lindener Diakonie hat dabei grundsätzlich den rechtlichen Rahmen zur Verfügung gestellt und entstehende Kosten übernommen, während der Förderverein die praktische Arbeit organisiert und begleitet.

Die Betreuung von demenziell Erkrankten in Linden

Gemeinsam mit der Diakoniestation und der Stadt Linden hat sich der Förderverein ab dem Jahr 2007 Gedanken über die Betreuung von dementiell Erkrankten gemacht und zu diesem Krankheitsbild eine Reihe von lnformationsveranstaltungen durchgeführt. lm Herbst 2008 fand eine Schulung für Ehrenamtliche statt, die bei der wöchentlich stattfindenden Zusammenkunft, im Café HilDe, oder bei der ambulanten Betreuung, also im Hause der Kranken, zur Mitarbeit bereit waren, und schon im November konnte das Café HilDe eröffnet werden, zunächst im Evang. Gemeindehaus Leihgestern, nach der Erweiterung des Seniorenzentrums und der Diakoniestation in deren Räumen. Diese Arbeit hat sich außerordentlich bewährt, nicht nur weil die Angehörigen einige Stunden ,,frei" bekommen haben und sich etwas vornehmen können, sondern auch und vor allem, weil die Teilnahme am Café HilDe den betreuten fünf bis acht Gästen spürbar gut tut: Sie erleben ein abwechslungsreiches und auf sie zugeschnittenes Programm in einer größerer Runde, zusammen mit Ehrenamtlichen und einer speziell ausgebildeten Fachkraft, und dies stärkt spürbar die Fähigkeit, aktiver am täglichen Leben teilzunehmen.

Die Vermittlung der Gießener Tafel für Linden

Der Bürgermeister hat Anfang 2008 die Vorsitzenden von Förderverein und Diakoniestation gebeten, sich darum zu bemühen, dass die Gießener Tafel auch nach Linden kommt. Nach der Abklärung, welcher Ort nach Lage und Möglichkeiten für die Ausgabe in Frage kommt, wurden die beiden Evang. Kirchengemeinden der Stadt dafür gewonnen, sich hier gemeinsam bei der Organisation und der Finanzierung zu engagieren und als Ausgabestelle das Evang. Gemeindehaus Leihgestern der Gießener Tafel anzubieten. Seit Juni 2008 findet hier wöchentlich freitags die Ausgabe der Lebensmittel statt, die von der Gießener Tafel hierher gebracht und ehrenamtlich von Bürgern unserer Stadt ausgegeben werden.

Die Gründung der Diakoniestiftung Linden

lm Herbst 2009 hat ein Bürger unserer Stadt dem Förderverein und der Diakoniestation jeweils eine Spende in Höhe von 50.000 € in Aussicht gestellt. Die Vorsitzenden des Fördervereins und des Aufsichtsrates der Diakoniestation haben dem Spender gemeinsam vorgeschlagen, einen solch hohen Betrag in eine Stiftung einzubringen, um so einen nachhaltigen Effekt für die Bürger unserer Stadt zu erreichen. Der Spender hat diesen Vorschlag positiv aufgenommen, die Diakoniestiftung Linden gegründet und den Betrag in der Folgezeit sogar noch verdoppelt. Damit hat der Stifter ein Jahrhundertwerk ins Leben gerufen, das - so Gott will - den Menschen vieler Generationen in besonderen Notfällen helfen kann. Die Stiftung nimmt die Ziele von Förderverein und Diakoniestation auf: lhr Zweck ist die Förderung der diakonischen Arbeit in Linden im Allgemeinen und der ambulanten Kranken- und Altenhilfe im Besonderen. lm Fokus der Stiftungstätigkeit steht die Unterstützung beim Aufbau von sozialen Netzwerken in der Trägerschaft der Diakoniestation Linden gemeinnützigen GmbH, des Evang. Zweckverbandes Lindener Diakonie und des Fördervereins soziale Dienste Linden e. V.. Sie alle unterstützen einzeln oder gemeinsam pflegebedürftige Menschen und solche, die als pflegende Angehörige oder infolge ihres körperlichen, geistigen oder seelischen Zustandes oder einer wirtschaftlichen Notlage auf die Hilfe anderer angewiesen sind. Bei besonderen Notlagen kann in Einzelfällen mit Stiftungsmitteln geholfen werden. lm Rahmen dieser Zweckbestimmung hat die Stiftung seither schon in einer Reihe von besonderen Notsituationen helfen können. Geleitet wird die Stiftung von einem Beirat, in den zusätzlich zu dem Stifter die drei genannten Einrichtungen je einen Vertreter entsenden. Über die Einhaltung der Zweckbestimmung wacht der Vorstand der Hauptstiftung Diakonie in Hessen und Nassau, die auch das Stiftungsvermögen verwaltet. Die Evang. Kirche in Hessen und Nassau hat dem Kapitalstock als Anerkennung noch 10.000 € hinzugefügt, die Evang. Kirchengemeinde Großen-Linden 3.000 €. Die Evang. Kirchengemeinde Leihgestern hat die ihr anvertraute Firnhaber von Eberstein-Jordis-Stiftung aus dem Jahre 1856 der neuen Stiftung zugeführt, sie war durch die lnflation der Jahre 1922-24 und die Währungsreform im Jahre 1947 mehr als dezimiert und durch die seitherigen Zinseinnahmen wieder auf 3.031€  angereichert worden, und sie passt von ihrer Zweckbestimmung zu der neuen Stiftung.

 3. Ständige Hilfen durch den Förderverein

Die Unterstützung der Diakoniestation

Der Gründungsidee folgend hat der Förderverein die Diakoniestation seit Beginn in ihrem Aufbau und in ihrem Ausbau intensiv begleitet, mit Rat und Tat zur Seite gestanden und vielerlei Anregungen gegeben. Auch die finanziellen Hilfen können sich sehen lassen. ln den Jahren von 1982 bis 2012 hat der Förderverein die Diakoniestation mit insgesamt mehr als 900.000 € unterstützt und damit vieles ermöglicht und viele Probleme gelöst. So hat der Förderverein Mittel zur Verfügung stellen können, damit die Diakoniestation Pflegehilfsmittel wie Krankenbetten, Rollstühle, Nachtstühle u. v. a. m. zur Ausleihe bereithalten konnte; in den ersten Jahren war dies schon deshalb nötig, weil es die Pflegekasse noch nicht gab und etwa die Anschaffung von Pflegehilfsmitteln in den Familien sehr kostenträchtig gewesen wäre und so eine ökonomisch sinnvolle Mehrfachnutzung organisiert werden konnte. Der Förderverein hat zu einem großen Teil die Einrichtung der Stationsräume und die Dienstfahrzeuge finanziert und somit den Mitarbeitenden der Diakoniestation insgesamt sehr gute Arbeitsbedingungen ermöglicht.

Indem der Förderverein die Investitionskosten übernimmt, erspart er allen Patienten, die im Rahmen der Pflegeversicherung Leistungen der Diakoniestation in Anspruch nehmen, derzeit pro Jahr insgesamt gut 15.000 €, die ihnen (und nicht den Kassen) sonst als lnvestitionspauschale zusätzlich in Rechnung gestellt werden müssten. Er hat Zuschüsse gegeben, weil die Entgelte der Krankenkassen und später der Pflegekassen für die erbrachten Leistungen über viele Jahre nicht angehoben wurden und weil zudem häufig Leistungen Not-wendig sind und deshalb von den Mitarbeiterinnen auch erbracht wurden, die von den Kassen aufgrund eines verengten Pflegeverständnisses überhaupt nicht vergütet worden sind, meist auch heute noch nicht anerkannt werden. Er übernimmt damit wie die Kirche einen Teil der Kosten für solche nicht abrechenbare diakonische Zusatzleistungen; denn er vertritt wie die Diakoniestation ein Menschenbild und ein Pflegeverständnis, die in erster Linie menschlich sein sollen.

Weitere Aufgaben des Fördervereins

Der Förderverein Soziale Dienste Linden hat vor einigen Jahren seine Satzung dahingehend erweitert, dass zur Erfüllung seiner satzungsgemäßen Zwecke auch die Mitgliedschaft in anderen, auch überörtlichen Organisationen möglich ist. Ziel ist dabei die Vernetzung der sozialen Aktivitäten zugunsten der Bürger-lnnen unserer Stadt - getreu dem Gründungsmotto ,,Helfen soll in Linden kein leeres Wort bleiben". ln diesem Sinn sucht und fördert er die Zusammenarbeit mit allen sozialen Einrichtungen und deren Vernetzung, und er beschränkt sich nicht mehr auf die Förderung der Alten- und Krankenpflege durch die Diakoniestation und durch das dort erbrachte ehrenamtliche Engagement. Aber auch in einem weiteren Sektor sieht sich der Förderverein von Anfang an zuständig: Wenn es um kurzfristig auftretende soziale Notfälle geht, in denen eine zwar wohlüberlegte, aber doch schnelle und unbürokratische Hilfe notwendig ist; dazu nur einige Stichworte: Brand in einem Haus oder in einer Wohnung, finanzielle Not angesichts von zu bewältigenden Erkrankungen oder von dem viel zu langen Ausbleiben der ersten Rentenzahlung, von Engpässen bei Hartz lV-Empfängern oder bei Trennungen in Familien. So ist dem Förderverein auch eine kleine Erbschaft anvertraut worden, die er entsprechend der Zweckbestimmung treuhänderisch verwaltet hat. Aufgrund seiner im Vorstand versammelten Kompetenz kann er weiterhin z. B. den Beirat der Diakoniestiftung Linden beraten, damit dieser für seine Entscheidungen belastbare lnformationen gewinnt und verantwortbare Entscheidungen treffen kann.

Ein weiterer Schwerpunkt ist immer wieder die Organisation von lnformationsveranstaltungen zu verschiedenen gesundheitlichen und sozialen Themen. So hat der Förderverein im Vorfeld der geplanten Hospizarbeit sowie der Betreuung von dementiell Erkrankten zu diesen Themenkomplexen jeweils mehrere Veranstaltungen von Fachleuten angeboten. Um wenigstens einige weitere Beispiele zu nennen: medizinische Themen waren z. B. ,,Osteoporose" und ,,Gefäßerkrankungen", aber auch lnformationsveranstaltungen zu sozial wichtigen Themen wurden immer wieder angeboten, so über die Pflegeversicherung im Zusammenhang ihrer Einführung, über ,,Altersgerechtes Wohnen" oder über die ,,Beratungs- und Koordinierungsstelle (BeKo) für ältere und pflegebedürftige Menschen" in Gießen.
März 2015, Start der Vortragsreihe Gesundheit zum Anfassen, mit jährlich zwei Vorträgen für Betroffene-Angehörige und Interessierte.

Resümé: Der Förderverein Soziale Dienste Linden e. V. hat sich in den fast 40 Jahren seines Bestehens als bedeutender Akteur im Sozialgefüge der Stadt Linden erwiesen. Er konnte dies mit Hilfe einer großen Zahl von Mitgliedern, die die Notwendigkeit eines persönlichen Einsatzes für das Gemeinwesen und seine soziale Gestaltung verstanden haben, und er konnte dies mit Hilfe von Vorständen, die dies als eine Verpflichtung zu sozialer Sensibilität begriffen haben. Eine große Zahl der Menschen, die diese lnitiativen in den vergangenen drei Jahrzehnten durch ihre Mitgliedschaft ermöglicht haben, sind mittlerweile bereits verstorben. Sie und die heutigen Mitglieder haben den Dank der Bürgerschaft unserer Stadt Linden verdient. Und es ist zu hoffen, dass die nachgewachsenen Generationen dem verbreiteten Konsumverhalten zum Trotz dieses soziale Werk fortführen und sich zu einer Mitgliedschaft bereitfinden.

Verantwortlich: Dr. Walter Bujard, HW
Stand:17.01.2018